5 Tipps, wie man als Eltern die Morgen überlebt

Seien wir mal ehrlich, die wenigsten Kinder schlafen in ihrem 1. Lebensjahr (oder auch im 2. Lebensjahr) regelmäßig durch. Erst haben sie Hunger, dann kriegen sie Zähne, dann träumen sie schlecht.... Irgendetwas ist immer. Wir haben früher unsere gemeinsamen Morgen genossen: Kaffee, Frühstück, Zeitung im Bett oder auf dem Balkon. Und in den ersten Wochen nach Aarons Geburt haben wir versucht, unsere Morgenrituale auch so fortzuführen. Er hat immer brav geschlafen, an sich hätten wir die Ruhe dazu gehabt. Aber: Was sich geändert hat waren zwar nicht die Morgen, aber die Nächte. 3-4 Mal aufstehen und füttern, danach selber nicht sofort wieder einschlafen und wenn das Baby dann wieder aufwacht gefühlt erst 20 Minuten geschlafen zu haben. Die ersten Wochen ging das noch, dann aber ging nichts mehr: Ich war völlig ausgelaugt und am Ende und wir haben uns dazu entschieden, einige Planänderungen vorzunehmen. Wie wir nach 16 Monaten und gefühlt 8 durchgeschlafenen Nächten immer noch am Leben und meistens guter Dinge sind, das verdanken wir diesen 5 Strategien: 

 

1. Früh ins Bett gehen

Hört sich leichter an als es ist! Wir sind beide Nachteulen, das heißt egal wie anstrengend der Tag war, wenn das Kind im Bett ist und wir 20 Minuten in Ruhe runterkommen konnten, dann werden wir plötzlich wieder munter. Wir kochen, essen, trinken Wein, reden, lesen oder schauen einen Film und dann kann es gut und gerne Mitternacht sein, bis wir allmählich ans Ins-Bett-Gehen denken. Fatal! Denn allerspätestens um 6 ist das Kind wieder wach und in der Zwischenzeit mindestens einmal aufgewacht. Also haben wir uns jetzt die Regel gesetzt, dass wir

  1. Ab 21 Uhr nicht mehr ins Handy oder ins iPad schauen, denn blaues Licht hält munter und das Internet ist wie die Grauen Männer aus Momo: Ein Zeiträuber.
  2. Zudem sind wir spätestens um 22 Uhr im Bett und lesen dort zwar manchmal noch, aber schlafen unter dem Strich doch wesentlich früher! Denn wenn man noch auf der Couch sitzt, wenn die Müdigkeit einsetzt, ist man plötzlich zu erledigt, um noch Zähneputzen zu gehen. Man sitzt also auf der Couch und starrt auf die Badezimmertür und beim Versuch aufzustehen vergehen dann erstaunlich viele Minuten. Das erspart man sich, wenn man beim Müdewerden schon im Bett liegt.
Ich verheimliche euch nicht, dass dieser Punkt bei mir absolut nicht funktionieren würde, wenn nicht mein Mann der Disziplinierte von uns wäre. Zum Glück ist er es aber, schafft euch also auch so einen an!

 

2. Arbeitsteilung

Wir haben uns einen festen Schichtdienst zurechtgelegt: Ich übernehme die Nacht, mein Mann den Morgen. Wenn das Kind wach wird, schalte ich also das Babyfon aus, damit mein Mann ungestört weiterschlafen kann, gehe ins Kinderzimmer und schleiche mich irgendwann möglichst leise wieder zurück. Wenn das Kind dann am Morgen aufstehen will, dann rollt sich mein Mann aus dem Bett, schaltet das Babyfon aus und bespaßt den Kleinen. Jetzt sind zwar unsere gemeinsamen Morgen futsch, aber das System funktioniert für uns! Denn auch unsere Biorhythmen haben sich dem angepasst. Es gibt Nächte, an denen mein Mann gar nicht mitbekommen hat, dass das Kind wach wurde, weil er so tief geschlafen hat. Umgekehrt könnte ich in der Früh beim besten Willen nicht aufstehen (während es nachts zwar keinen Spaß macht, aber ich beim kleinsten Pieps tatsächlich sofort wach bin). Gerade am Morgen zwischen 6 und 8 falle ich nochmal in einen richtigen Tiefschlaf, der den unterbrochenen Schlaf der Nacht wieder wettmacht. 

 

3. Vorbereitung

Macht es euch am Morgen möglichst einfach! Gerade der Elternteil, der aufsteht, hat zwar ein putzmunteres Kind auf dem Arm, ist aber vielleicht selber einfach kein Morgenmensch. Das heißt das Frühstück des Kindes möglichst am Abend vorher schon zubereiten (Müsli, Joghurt, Obst oder Brot schneiden) und vor allem: Den Kaffee schon vorbereiten! Die Espressokanne mit Wasser und Kaffeepulver füllen und am nächsten Morgen einfach nur den Herd anschalten. Und sobald der Kaffeegeruch durch die Küche zieht ist der Morgen ohnehin gleich viel schöner. 

 

4. Kaffee

Was mich zum nächsten Punkt bringt: Kaffee. Nichts ist Eltern ein besserer Freund. Jetzt wo die Nächte besser sind und das Kind nicht mehr 3-4mal, sondern meistens 1mal aufwacht, konnten wir beide unseren Konsum von einem 8fachen Espresso auf einen 6fachen Espresso runterschrauben. Wohlgemerkt: jeweils. Wir beziehen unseren Kaffee immer von einer Rösterei in unserem Kiez, der Kaffeekirsche, die wundervolle Kaffeeröstungen anbietet. Für uns ist es dann der Brazil Espresso mit Hafermilch. So gut, dass wir mittlerweile im Urlaub keinen Kaffee mehr trinken, weil wir ihn nur noch so zubereitet haben möchten. Wenn es den Kaffee oder die Hafermilch (wir nehmen immer die von Kölln) nicht gibt, dann trinken wir eben lieber Tee. Starken grünen Tee. Hilft auch. 

 

5. Räumliche Trennung und Luft zum Atmen

Nach dem Morgenkaffe nimmt mein Mann den Kleinen auf eine Runde um den Block, beziehungsweise zum Einkaufen mit. Die frische Luft und Bewegung helfen meinen Mann beim Wachwerden und machen den Kleinen zufrieden. Und mich glücklich, denn so habe ich nach dem Aufstehen noch Zeit, um in Ruhe und entspannt meinen Kaffee zu genießen und langsam aufzuwachen und anzukommen. Wenn sie dann beide zurückkommen, darf mein Mann dafür in Ruhe sein Frühstück essen und die Zeitung lesen, denn diese ungestörte Viertelstunde am Morgen, die brauchen wir einfach beide um gut in den Tag zu starten. 

 

Ich hoffe, dass einige Tipps für euch dabei waren. Ich kann nur sagen, wenn wir nicht dieses System hätten, dann wären wir unausgeschlafen, gereizt und überfordert. Und höchstwahrscheinlich würde der Haussegen ganz schön schief hängen. Falls ihr also in einer ähnlichen Situation seid, dann versucht mal an einigen der oben genannten Schrauben zu drehen. Denn wie unsere Eltern schon sagten: Schlaf ist das A und O. (Und da sie nun mal Eltern sind, kommt das auch aus einem berufenen Munde.) 

 

Wenn ihr noch zusätzliche Tipps habt, dann würde ich mich freuen, wenn ihr sie in den Kommentaren teilt. :-)

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