Tour: 24 Stunden Berlin-Kreuzkölln mit Kindern

Bild: Schiff auf dem Landwehrkanal, Berlin

Heute möchte ich euch eine Tour durch Kreuzkölln, also die Gegend zwischen Kreuzberg und Neukölln vorstellen. Ihr könnt die Tour mit oder ohne Kinder machen, sie ist aber eher auf ein langsames Sightseeing mit vielen Pausen an Spielplätzen ausgelegt... Doch wie der alte Fritz (Friedrich der Große) schon sagte: Jeder soll nach seiner Façon glücklich werden.

Als Ausgangspunkt nehmen wir das Kottbusser Tor. In letzter Zeit war der Kotti ja in allen großen deutschen Tages- und Wochenzeitschriften. Die Kriminalität (Diebstahl und Raub) hat sich im letzten Jahr mehr als verdoppelt. Und das subjektive Sicherheitsgefühl hat sich halbiert. Dennoch ist der Kotti noch lange keine No-go-Area. Erst recht nicht vormittags. Wir können die Tour also problemlos hier starten.* (Und abends beim Zurückkehren einfach die Tasche einen Ticken fester halten!)

 

Mit kleinen Kindern lasse ich den Tag jetzt mal fiktiv um 7.00 Uhr - wenn ihr Glück habt - starten. Erst mal einen kleinen Snack für die Kinder, dann fertigmachen, Sachen packen und gegen 9.00 Uhr kommt ihr dann vermutlich los. :-) 

 

Vom Kottbusser Tor geht ihr ein paar Hundert Meter die Skalitzer Straße und biegt dann links in die Mariannenstraße ein. Ihr kommt am Heinrichplatz vorbei und geht die Straße weiter bis zum Mariannenplatz.

Bild: Künstlerhaus Bethanien, Berlin

Dort seht ihr schon das auffällige und schöne Künstlerhaus-Bethanienhaus. Hier befand sich ursprünglich das Diakonissen-Krankenhaus, 1845-47 erbaut. In den Revolutionsjahren 1848/49 arbeitete hier Theodor Fontane als Apotheker. Die originalerhaltene Apotheke liegt im Erdgeschoß auf der Nordost-Ecke des Hauptgebäudes. (Falls ihr sie besichtigen möchtet, könnt ihr dies dienstags 14-17 Uhr machen. Führungen gibt es auf Anfragen: 030-5058-5233 und werden durch das Friedrichshain-Kreuzberg Museum durchgeführt.) Einstweilen lohnt sich auch ein Blick in die Haupthalle des Gebäudes: Die prächtige Deckenbemalung und das schöne Treppenhaus sind den Abstecher wert. Ein Besuch des Künstlerhauses Bethanien lohnt sich aber immer: Es gibt hier regelmäßig Ausstellungen und das Café/Kiosk Kleine Schwester im Erdgeschoß verkauft superleckeres Eis.

 

Dann geht es weiter. Ihr biegt in die Wrangelstraße ein und geht bis zur Nummer 11. Dort können sich eure Kinder auf dem Spielplatz im Unterwasser-Motto noch einmal austoben. Vom wippenden Hai bis zur Wasserfontäne aus dem Wal ist hier alles dabei.

Bild: Markthalle IX, Kreuzberg, Berlin

Danach ist es Zeit für das zweite Frühstück und glücklicherweise seid ihr auch schon an der Markthalle IX angekommen. Hier gibt es Stände mit vielen verschiedenen Alternativen, sei es vom veganen Burger bis zur Pizza. Und natürlich auch normale Brötchen/Schrippen/Semmeln. Guten Kaffee gibt es beim Hinterausgang der Halle im Café 9 (Eisenbahnstraße 42).

Bild: Café 9, Eisenbahnstraße 42, Berlin

Kauft euch in der Markthalle auch gleich Zutaten für ein Picknick und dann geht es gegen 11.00 Uhr weiter. Am Hinterhausgang der Halle rechts in die Eisenbahnstraße abbiegen, am Lausitzer Platz links entlang und danach über die Skalitzer Straße. Dann steht ihr schon vor dem Görlitzer Park. Auch über den Park habt ihr vielleicht schon einige üble Geschichten gehört... Tagsüber und als Familie könnt ihr euch hier aber unbesorgt aufhalten. 

 

Es gibt hier sogar eine ganz besondere Attraktion für Kinder: Einen Bauernhof/Streichelzoo! Der Kinderbauernhof stammt aus den 70er Jahren und es gibt hier Esel, Ziegen, Schafe, Kaninchen, Hühner, Gänse, die man füttern und streicheln darf. Außerdem können sich die Kinder auch mit Klettern und verschiedenen Spieleangeboten austoben.

Bild: Eingang Kinderbauernhof im Görlitzer Park, Berlin
BIld: Schaf und Ziege im Kinderbauernhof, Görlitzer Park, Berlin
BIld: Wasserspiel, Kinderbauernhof, Görlitzer Park, Berlin
Bild: Esel im Kinderbauernhof, Görlitzer Park, Berlin

Danach wird es Zeit für das Picknick auf der Wiese. Danach je nach Alter der Kinder noch Mittagsschlaf für die Kleinen und Mittagspause für die Eltern oder: Wieder Kinderbauernhof!

 

Gegen 14.00 Uhr könnt ihr zum hinteren Ende des Görlitzer Parks aufbrechen, dort über die Brücke gehen (Titelbild) und dann auf der Riesenrutsche alle zusammen zum Uferweg hinunterrutschen.

Bild: Rutsche am Landwehrkanal

Den schlendert ihr dann entlang bis ihr zum Dreiländereck Kreuzberg-Neukölln-Treptow kommt. Dann könnt ihr das Maybachufer entlangflanieren und Schiffe beobachten. Nach circa 30 Minuten trefft ihr auf die Friedelstraße, dort könnt ihr einbiegen und bei Fräulein Frost (Hausnummer 38) ein Eis essen. Von Erdnussbutter bis Lakritze oder Gurke-Minze-Zitrone gibt es hier alles. Und wirklich superlecker :-)

Bild: Speisekarte bei Fräulein Frost, Friedelstraße 38, Berlin
Bild: Eis bei Fräulein Frost, Berlin

Anschließend könnt über den Samstagsmarkt am Maybachufer zur Brücke an der Anklerklause gehen und dort Enten und Schwäne füttern.

 

Wenn ihr jetzt einen Idylle-Overload habt, dann keine Angst: Nun geht es zum Glück auf dem Kottbusser Damm zum Kottbusser Tor! Wenn ihr in die Adalbertstraße einbiegt, seid ihr dann wieder im richtigen Kreuzberger Leben angekommen. 

 

Gegen 16 Uhr: Auf der linken Seite der Adalbertstraße befindet sich das Friedrichshain-Kreuzberg Museum. Es ist gratis und daher auch mit Kindern problemlos machbar: Sobald die Stimmung kippt, kann man raus und muss keinen teuren Eintritt bedauern. Ihr findet hier viele interessante Informationen, könnt ein bisschen Kultur tanken und einen virtuellen Spaziergang durch den Bezirk machen! Spannend für die Kinder und ihr könnt zumindest virtuell mehr von der Stadt als es die kurzen Kinderbeine erlauben. Das Programm ist mit Kindern ja zwangsläufig etwas eingeschränkt. :-)

 

In der Oranienstraße könnt ihr kurz einen Abstecher nach rechts machen und in der DIM - Die Imaginäre Manufaktur wundervolles Holzspielzeug kaufen. Ich habe hier schon vor Aarons Geburt das Geschenk für seinen vierten Geburtstag gekauft: Einen Tischkicker! Alle Produkte werden gemeinsam von behinderten und nicht-behinderten Menschen im traditionellen Handwerk hergestellt. Der Laden befindet sich in einem schönen Gebäude, die alte Städtische Blindenanstalt.  Es gibt hier auch guten Kaffee und Kuchen, falls ihr wieder Hunger habt.

 

Mit dem Tischkicker habe ich übrigens einen ganz guten Riecher bewiesen, denn Aarons liebstes Spielzeug war schon mit wenigen Monaten:

Bild: Baby am Kicker

Gegen 17 Uhr: Danach geht es die Adalbertstraße wieder hoch bis zur Waldemarstraße. Auf dem Weg dorthin könnt ihr bei der Rösterei Kaffeekirsche sehr leckeren Kaffee kaufen. Sowohl zum Sofort-Trinken als auch zum Zuhause-Machen. Unsere Lieblingssorte ist der Brazil Dolce. :-)

In der Waldemarstraße stoßt ihr auf einen großen Abenteuerspielplatz. Hier gibt es tatsächlich alles, was das Kinderherz begehrt: Flying Fox, Wasserpumpe im Sandkasten zum Rummatschen, verschiedenste Rutschen, Reifenschaukeln, Hängebrücken etc. Jetzt könnt ihr euch nochmal entspannen und die Kinder können ihren Vergnügungen nachgehen.

Bild: Spielplatz in der Waldemarstraße, Berlin

Am Heinrichplatz habt ihr anschließend zahlreiche Auswahlmöglichkeiten für das Abendessen: Von Burger über Pizza, Sandwiches, Salate findet ihr hier alles.  

 

Und dann ist es (zumindest mit kleinen Kindern) schon wieder Zeit, sich nach Hause aufzumachen. Ich hoffe, die Tour hat euch gefallen? Demnächst folgt dann noch die Variante für Menschen ohne Kinder... :-)

Teile diesen Artikel

Zum letzten Artikel                                                                                     Zum nächsten Artikel

Das könnte dir auch gefallen:



Kommentar schreiben

Kommentare: 3
  • #1

    Hauptstadtpflanze (Freitag, 03 Juni 2016 18:57)

    Wir wohnen gar nicht soooo weit weg, aber die große Rutsche und auch der "Unterwasserspielplatz" fehlen uns noch ... schöne Runde, danke! Viele Grüße, Svenja

  • #2

    Sara (Mittwoch, 08 Juni 2016 20:10)

    @Hauptstadtpflanze: Vielen Dank und dann viel Spaß nächstes Wochenende beim Rutschen!

  • #3

    Manu (Mittwoch, 02 November 2016 17:21)

    Macht wieder Lust auf meine Lieblingsstadt... Leider lebe ich in wien... Trotzdem ein super Beitrag! Danke und liebe grüße aus Österreich!