Mädels, hört auf zu kreischen!

Mädels, hört auf zu kreischen!

Von meinem 30jährigen Lebenserfahrungsschatz herunterblickend, hätte ich so einige Ratschläge an das typische Teenager-Mädchen. Aber natürlich sollen, müssen und werden diese ihre eigenen Erfahrungen machen und so auch zu besonderen und individuellen Frauen heranwachsen.

 

Aber wenn ich mich - gerade jetzt, in diesem Moment - für einen Tipp entscheiden müsste, so würde ich sagen:

Mädels, hört bitte auf zu kreischen!

 

Ich verstehe den Sinn nicht. Vielleicht können sie auch nichts dagegen tun und in besonderen Situationen einfach nur mit Kreischen reagieren? Und auch wenn ich mich nicht daran erinnere, ein besonders aufgedrehtes Huhn gewesen zu sein, habe ich vermutlich trotzdem hin und wieder dieses überdrehte Quieken von mir gegeben.

 

Das männliche Äquivalent sind dann die Teenager-Jungs, die Smartphone haltend durch die Straßen ziehen und mit rhythmischen Kopfnicken unterfütternd die gerade angesagtesten Hip-Hop-Raps mit extra tiefer Stimme nach"rappen".

 

Beides an sich legitim und jedes Alter hat nun mal seine ganz eigenen Besonderheiten.

Aber, es gibt einen entscheidenden Unterschied:

 

Aus Spaß Kreischen ist gefährlich

Aus Spaß Kreischen ist gefährlich. Oder zumindest irreführend. Und wie man das aus dem Märchen mit dem Wolf und dem lügenden Hirtenjungen gelernt hat: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht.

 

Ich wohne mitten in Berlin zwischen einem Hostel und einem Bereich mit sogenanntem "alternativen Wohnen", sprich einer Wagenburg. Und aus dieser Wagenburg hören wir immer wieder mal Frauen schreien, um Hilfe rufen, Streit... Und dann rufen wir die Polizei (die meistens nichts tut, aber ich kann einfach nicht nicht die Polizei rufen, wenn jemand Hilfe braucht). Aber oft höre ich auch Mädchen kreischen, laut rufen, schreien und bekomme erst einmal einen riesigen Schreck. Diese ganz eigene Art von Wachsamkeit, ob da schon wieder etwas Unsauberes vor sich geht. Und oft sind es dann irgendwelche Teenager auf Klassenfahrt, die sich aus Spaß mit Jungs zoffen oder betrunken kreischen und lachen.

 

Aber immer diese Schrecksekunde/-Minute, bis klar ist, dass das alles nur Spaß ist... Das ist einfach unnötig. Und vor allem stumpft es einen auch ab. Wenn ich hundemüde schon im Bett liege, dann denke ich mir mittlerweile auch oft: "Ach, wird schon sicher nur wieder ein Teenager sein." Aber was, wenn nicht?

 

Oder wenn eine Situation nicht ganz klar ist? Zumindest hier in Berlin und in der Nähe der Wagenburg überlege ich mir wirklich 3mal, ob ich die Polizei rufe. Gerade nachts, gerade mit kleinem Kind. Denn anstatt dahin zu fahren, wo eine Frau um Hilfe gerufen hat, kommen die Beamten immer bei uns vorbei. Jedes einzelne Mal. Klingeln, quatschen, wecken das Kind auf, bringen mich um wertvollen Schlaf und fahren dann am Ende doch nicht hin, weil keine Gefahr im Verzug ist, sprich: Sie die Frau gerade nicht selber um Hilfe rufen hören.

 

Daher rufe ich nur ausnahmsweise und in glasklaren Fällen an. Und daher meine Bitte, beziehungsweise mein Rat an junge Mädchen: Verschießt euer Pulver nicht umsonst und belasst lautes Schreien, Rufen und Kreischen bitte für Notfälle. Denn sonst ist es wirklich schwer zu entscheiden, was hier gerade abläuft und im schlimmsten Fall wird dann einmal zu wenig die Polizei gerufen.

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